Zeitfahren Contre la Montre

                                        Mit 40,8 km/h auf Platz 11

Das Bayreuther Contre la Montre ist eines der bekanntesten Zeitfahren in Deutschland. Da es in Süddeutschland leider sehr wenig Wettbewerbe dieser Art gibt, ist es fast ein Muss, als fränkischer Rennradsportler daran teilzunehmen.

Bei optimalem, nicht zu kaltem Wetter und sogar Sonnenschein kamen etwas über 100 Starter/innen am 16. September 2018 aus ganz Deutschland nach Obernsees. Auf dem fast ebenen, 22,0 km langen Kurs waren zwei Runden zu fahren. In Minutenabständen ging es von der professionellen Startrampe:

Die vier Wendepunkte bedeuteten, dass man rechtzeitig Tempo herausnehmen musste, um anschließend nach der Wende wieder Vollgas zu geben.

Aber am wichtigsten ist gleichmäßiges Fahren. Da die Strecke zum Wendepunkt in Plankenfels etwas leichter ist als der Abschnitt zurück nach Obernsees, ging ich das erste Viertel bewusst zurückhaltend an, schwerer wurde es im zweiten und dritten Abschnitt dann von selber.

Mit dem Ergebnis eines 11. Platzes von 45 Startern der AK ab 45 war ich sehr zufrieden. Noch mehr, als ich später erfuhr, dass  ich fünf Sekunden vor dem Dritten der Bayr. Zeitfahrmeisterschaften 2018 in der AK 60 ins Ziel kam.

 

 

Walter

In sechs Tagen von Genf nach Nizza

                            Sa, 21.07. - Sa. 28.07.2018

Die klassische Alpenüberquerung sollte über die berühmtesten Pässe der Tour de France führen und größtenteils auf der Route des Grandes Alpes liegen.

Alleine mit Rucksack und alles selbst vor Ort organisieren, mit einem eigenen Fahrer plus Transportfahrzeug oder mit einem kommerziellen Veranstalter? Nach langem Überlegen entschieden wir, d. h. Janusch, Michael, Peter und ich uns für den Karlsruher Veranstalter Velo Travel - und sollten diese Wahl keinen einzigen Augenblick bereuen.

 

Sa, 21.07.

Wir fuhren mit privaten Pkws am Samstagmorgen nach Karlsruhe. Die Renner waren dann schnell verladen und zusammen mit zwei weiteren Rennradfreaks ging es nach Genf. Gegen 17 Uhr kamen wir in Annemasse am Genfer See an.

 

So, 22.07. Tag 1: Zum „Einrollen“ der Wolf im Schafspelz

Annemasse – Les Gets (115 km, 2700 Hm)

  

v. l. n. r.: Markus, Janusch, Jens, Peter, Walter, Michael

 

Wer gedacht hatte, dass wir uns nun gemütlich einrollen könnten, wurde brutal enttäuscht. Markus und Jens legten gleich ein scharfes Tempo im Flachen vor, und da die Devise war, möglichst  als Gruppe zu fahren, mussten wir immer wieder kleinere Löcher zu den beiden zufahren und ihr Tempo an kleinen Anstiegen mitgehen. Die ersten Körner waren da bereits verbraten.

  

                                              Den Bergen entgegen

  

Endlich dann der erste Pass, der Col de la Ramaz. Mit 14,3 km und und 916 Hm nicht furchteinflößend, aber das Portal „Quäl dich.de“ vergleicht den Pass immerhin mit Alpe d`Huez. 

 

Col de la Ramaz     

 

Da war dann der zweite Pass des Tages schon ein ganz anderes Kaliber. Kein Geringerer als Jan Ullrich bezeichnete den Col de Joux Plan als den härtesten Tour de France Berg. Andere nennen ihn den „Wolf im Schafspelz“, weil er viel härter ist, als er aussieht. Denn 11,6 km mit knapp 1000 Hm hören sich nun wirklich nicht so schlimm an. Aber gleich im unteren Bereich beeindruckte uns der Pass mit 14 % Abschnitten, die in der warmen Julisonne schon weh taten. Micha frustrierte mit seiner aggressiven Fahrweise den Markus derart, dass dieser in der weiteren Woche es vermied, sich mit unserem Micha zu duellieren. Alleine Jens war an diesem Tag -  und nicht nur an diesem -  nicht zu schlagen.

 

                                                   Col de Joux Plane

 

Damit war das Schlimmste des Tages geschafft!Allerdings sollte uns noch ein unvermutetes Hindernis überraschen: Eine längere Baustelle, die nach Aussagen von Passanten unpassierbar wäre und uns einen Umweg von 60 bergigen Kilometern eingebracht hätte. Da meldeten die führenden Jens und Markus, man könnte sie, wenn auch mit Schwierigkeiten, passieren:

  

 

Unsere Unterkunft abends in Les Gets wurde von sehr netten Engländern geführt, die uns zunächst mit Tee, Kaffe und Kuchen und später zusammen mit englischen Freunden mit einem geselligen Abendessen im Freien ausgiebig verwöhnten.

 

Mo, 23.07. Tag 2: Alle guten Dinge sind … äh, vier - Alpenpässe

Les Gets – Les Saisies (110 km, 2900 Hm)

 

Heute standen gleich vier Alpenpässe auf dem Plan. Zunächst ging es den Col de la Colombiere mit 18,4 km und 1141 Hm hinauf. Zurückhaltend fahren war die Devise, denn es kamen ja noch drei weitere. Das hinderte Janusch und Micha aber nicht daran, mehr Gas zu geben und entsprechend früher oben anzukommen.

  

                                           Anstieg zum Col de la Colombiere

                                              Col de la Colombiere

 

In der Mittagspause, die unser Veranstalter Andrew dank langen Suchens an einer schattigen Stelle organisierte, wurden wir wie jeden Tag sehr nachhaltig verwöhnt mit von ihm gemachten Sandwiches, Cola, Mineralwasser, Apfelsaft, Kaffee und Kuchen. Das hätte nicht besser sein können! Da war es einfach von großem Vorteil, wenn man einen Guide hat, der selber Rennrad fährt und weiß, wie es einem geht, wenn man hungrig oder kaputt ist.

Weiter ging es in der Mittagshitze in den nächsten Anstieg. Uns erwartete der schattenlose Col de la Croix-Fry mit 11,6 km und 824 Hm. Nicht schlimm, wenn nur die Sonne nicht gewesen wäre. Aber die Landschaft entschädigte uns, gilt dieser Pass doch als einer der schönsten der Savoier Alpen.

  

                                              Col de la Croix_Fry

  

Vom nächsten Pass, dem Col des Aravis, bekamen wir nur die letzten dreihundert Höhenmeter mit, was uns nicht gerade verärgerte, da wir wussten, es kommt noch der Col des Saisies mit 14,5 km und 780 Hm. Und der letzte Pass am Tag ist bekanntlich immer schwer und so war es auch hier.

                                            Janusch: Fast geschafft!

 

 Di, 24.07. Tag 3: Mit dem epischen Col de Madeleine

Les Saisies – St. Francois (146 km, 3350 Hm)

 

Ob das nun die Königsetappe werden sollte? Zwei große Pässe der höchsten Kategorie mit einem 500 Hm umfassenden Zwischenanstieg standen im Roadbook. Wir freuten uns zunächst auf einen der landschaftlich schönsten Anstiege der französischen Alpen überhaupt, dem Cormet de Roselend.(19,5 km lang mit 1224 Hm). Mit diesem Anstieg befanden wir uns zum ersten Mal auf der berühmten Route des Grandes Alpes, die uns nun bis Nizza begleiten sollte. Da kurz vor Start mein Schaltwerk abgerissen war, durfte ich nun, nicht wie befürchtet, im Bus, sondern mit dem Rad unseres Guides weiter fahren. Er hatte es mitgenommen, um bei Gelegenheit selber mal ein, zwei Stunden fahren zu können.

 

So konnte auch ich die Landschaft am Stausee des Cormet de Roselend auf dem Renner bewundern:

  

 

Das nächste Ziel hieß Notre Dame du Pre und war eine kleinere Passauffahrt mit 500 Hm. Nicht ohne Tücken war die Abfahrt, denn auf dieser kleinen Nebenstraße waren viele Abschnitte zwar neu, aber nur geschottert. Schnell ging es weiter, nach einer Flachpassage erwartete uns die episch lange Auffahrt zum Col de Madeleine, dem Lieblingspass von Jan Ullrich. Die nackten Zahlen sind schon beeindruckend: 27,5 km Länge bei 1582 Hm. Schier endlos erfolgt der Anstieg im Wald, von einer Passhöhe ist nichts zu erahnen, geschweige denn, zu sehen. Micha und Janusch waren wieder mal weit voraus, vielleicht schon in der Herberge? Peter und ich fuhren unser eigenes Tempo und sahen endlich zu sehr fortgeschrittener Stunde, die lang ersehnte Passhöhe des Madeleine. Umso mehr freuten wir uns, als am Pass Micha und Janusch auftauchten zum obligatorischen RSG Leinburg Passfoto. Da dieses verwackelt wurde, dennoch „nur“ die beiden Gipfelstürmer alleine:

  

                                               Micha und Janusch

 

Zumindest ich war heute sehr froh, endlich im Hotel angekommen zu sein!

 

Mi, 25.07. Tag 4: Weiterhin mit Kaiserwetter

St. Francois – Valloire (97 km, 2750 Hm)

  

Von den heutigen Pässen erwartete uns mit dem Col de Glandon gleich ein ganz schwerer Brocken, was auch die Daten mit 24 km Länge und fast 1500 Hm verraten.

 

                                                 Col du Glandon

 

Da waren dann die wenigen Höhenmeter und Kilometer zur daneben liegenden Passhöhe des Col de la Croix de Fer schnell geschafft. Eine unglaublich lange Abfahrt mit 32 km entschädigte für die erlittenen Qualen.

 

 Da aber unseren beiden Gipfelstürmern Micha und Janusch die bisherigen Höhenmeter viel zu wenig waren, suchten sie sich noch einen Extrapass, der im Roadbook gar nicht vorgesehen war: Lacets de Montvernier. Mit seinen 18 Haarnadelkurven, die die Straße alle 150 m in die Gegenrichtung lenkt, wirkt der Anstieg wie eine Carrerabahn im Gebirge:

 

                                                  Lacets de Montvernier

  

Inzwischen gab auch ein Pedal von Janusch seinen Geist auf. Dank Michas Improvisationskunst konnte er zum Glück weiterfahren zum Col de la Telegraphe (11 km Anstieg mit 854 Hm).

  

                                              Col du Telegraphe

 

Damit war auch dieser tolle Tag geschafft und wir freuten uns auf das wieder einmal großartige französische Abendessen in Valloire.

 

Do, 26.07.  Tag 5: Tour-Gigant und Mondlandschaft

Valloire – Vars  (115 km 3000 Hm)

 

 Dieser Tag sollte ein weiterer Höhepunkt der Tour werden, standen doch der Passriese Galibier und der Col d`Izoard auf dem Plan. Gleich morgens ging es in Valloire in den Anstieg zum Galibier (18 km, 1246 Hm). Es sollte eine autofreie Passauffahrt werden, denn ausgerechnet heute war am Galibier ein Bike Day. Wir durften also zusammen mit vielen anderen Radlern, auch E-Bike Fahrern, den legendären Pass in beeindruckender Landschaft hoch fahren.

 

                                                Anstieg zum Galibier

 

 Wie unser Passfoto dokumentiert, waren wir heute besonders glücklich (Janusch) bzw. kaputt (Waldo).

  

                                               Passhöhe auf 2646 m

  

                                               Landschaft am Galibier

 

Konnte das landschaftlich noch getoppt werden? Eigentlich nicht, oder? Weiter ging es  nach langer Abfahrt und kurzer Mittagspause zum Col d`Izoard. Bezwungen werden mussten hier 19,2 km bergauf mit 1211 Hm. Besonders beeindruckend war die Landschaft kurz nach der Passhöhe des Izoard, die sogenannte Casse Dèserte, die zerbrochene Wüste - eine zerklüftete Marslandschaft mit gelblichen Felsnadeln und leblosen Geröllhängen.

  

                                               Landschaft am Col d`Izoard

 

Das Wetter hatte sich schlagartig verändert: Der seit Genf stets blaue Himmel verschwand, bedrohlich schwarze Regenwolken bauten sich auf. Der Regen erwischte uns voll in der Abfahrt. Ein Grund schneller abzufahren, denn unten konnte es nur besser werden. Genauso kam es: Unten war es wieder trocken, doch in Guillestre, am Beginn des Anstiegs zu unserem Etappenziel am Col de Vars, blitzte und donnerte es fürchterlich. Mit Optimismus, aber auch mit einem mulmigen Gefühl fuhren wir die ersten zwei Drittel des Col du Vars hoch nach Vars. Wie an allen anderen Tagen wurden wir im Restaurant abends lukullisch verwöhnt – diesmal von drei Schwestern.

 

Fr, 27.07. Tag 6: Eine Bergbesteigung zum Abschluss

Vars – Nizza (169 km, 2000 Hm)

  

Zunächst ging es die Reststrecke zur Passhöhe des Col de Vars hoch, was deutlich angenehmer war als die Beinahe-Gewitterfahrt am Tag davor.

                                   Janusch (wie auch alle andern) am Col de Vars

 

Nach einer wie immer schönen und unproblematischen Abfahrt sollte also nun die nächste und zugleich letzte große Herausforderung anstehen: Der Col de la Restefond mit anschließender Cime de la Bonette. Der Anstieg beginnt in der Hochprovence in Jausiers und führt in 22 km von 1240 m auf eine Gipfelhöhe von 2802 m.

  

                                             Bei Jausiers vor dem Anstieg

  

                                   Landschaft am Col de Restefond

  

Während man bei einer Passauffahrt normalerweise mit dem Pass die niedrigste Stelle der Umgebung überfährt, ist es hier völlig anders. Man steuert mit der Cime de la Bonette den höchsten Punkt der Umgebung an, da am Ende eine Ringstraße mit etwa 200 Hm bei 12 % Steigung zu überwinden ist:

  

                                               Die Cime de la Bonette

 

Das war keine Passauffahrt, sondern nichts anderes als eine Bergbesteigung – allerdings mit dem Rennrad!

  

                                        Auf 2802 m Höhe: Col de la Bonette

 

Nun also sollte es (fast) nur noch bergab gehen bis Nizza, dem Ziel der Sechstagesfahrt. Da wir abends noch etwas vorhatten, war die Devise nun „Tempo“: Ein RSG-Mannschaftszeitfahren war angesagt. Und wie das halt so ist bei der RSG, geht dabei schon mal einer verloren, während der Führende weiter Vollgas gibt.

  

                                               RSG-Mannschaftszeitfahren

 

Aber auch derlei Zwischenfälle wurden überwunden und wir erreichten Nizza spätnachmittags. Ein schon zu Hause geplantes Bad im Meer war der Abschluss dieses Tages wie auch einer Rennradreise, die in landschaftlicher, sportlicher und kameradschaftlicher Hinsicht nicht zu toppen war: Genf-Nizza sollte unbedingt jeder Rennradverrückte einmal in seinem Leben gemacht haben.

  

                                           Unser Abschluss in Nizza

 

Bericht: Walter

Fotos: Janusch

RSG Einzelzeitfahren 2018

Ergebnisliste Einzel-Zeitfahren der RSG Leinburg 2018

Sonntag, 09. September 2018

Startzeit:  9:00 Uhr

Start- und Ziel: beim Sportgelände TSV Fischbach

Wendepunkt: Kreisverkehr vor Altdorf

  

 

                                                    

       Platz

                    

 

 

 

Gesamtzeit  in Minuten u. Sekunden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.   Florian Pfeiffer      

 

30:50

 

 

 

 

2.   Walter Ullrich

 

30:56

 

 

 

 

3.   Michael Müller

 

32:24

 

 

 

 

4.   Herbert Zetzl

 

33:04

 

 

 

 

5.   Stefan David

 

33:32

 

 

 

 

6.   Harry Stößelt

 

33:55

 

 

 

 

7.   Jürgen Hellwig

 

34:15

 

 

 

 

8.   Peter Pelka-Mehlhorn

 

35:45

 

 

 

 

9.   Edwin Stößelt

 

36:50

 

 

 

 

10. Klaus Scharrer        11. Karl-Heinz Bauer

 

     38:10      38:47

 

 

 

 

      2. Platz Walter Ullrich    1. Platz: Florian Pfeiffer    3. Platz: Michael Müller

 

Das RSG-Zeitfahrteam 2018

Walter, Hochspannung beim Start

Jürgen bereitet sich optimal vor

Super Giro Dolomiti

Den Start verbummelt

Fieser Lanzenpass

Im Wiegetritt

18% Rampe

Lang ist's nimmer

Endlich im Ziel

Härter als der Ötztaler

Janusch und Waldo fahren den Giro Super Giro Dolomiti

 

War es vor zwei Jahren die Dolomiten Radrundfahrt in Lienz, sollte es heuer der Super Giro Dolomiti werden. Die nackten Daten sind schon mal beeindruckend: 232 km mit sechs Pässen und 5234 Höhenmetern. Im Tour Forum schrieben einige, er sei härter als der Ötzi. Schaun mer mal ...

 

Start war am 10. Juni 2018 um 6:30 Uhr. Da wir sehr entspannt dem Rennen entgegensahen und auch nicht in gefährliche Scharmützel auf den ersten, leicht abfallenden Kilometern geraten wollten – denn hier werden Geschwindigkeiten von 60 km/h im Pulk gefahren – stellten wir uns erst fünf Minuten vor dem Startschuss hinten an. Doch als es dann losging, war das Feld der 280 Starter schon in der ersten Minute 30 m vor uns. Wir versuchten schnell aufzuschließen, aber der Abstand wuchs. So ein Mist, aber selber schuld! Das hätten wir wissen müssen! Einzelne Fahrer fielen aus dem Feld heraus und wurden von uns überholt. Aber das Feld selber war in unerreichbarer Weite. Eine kleine, etwa 15 Mann starke Gruppe bildete sich etwa 50 m vor uns. Auch wenn mein Wattmesser auf den ersten vier Kilometern ständig zwischen 320 und 400 Watt anzeigte -  wir mussten diese Gruppe kriegen und das gelang uns dann zu zweit auch.

 

Nun ging es im gewonnenen Windschatten zum ersten Anstieg, dem gemäßigten Geilbergsattel. (7 km mit 350 Hm). Janusch verabschiedete sich nach vorne und ich fuhr mein Tempo alleine weiter. Der Plöckenpass, ein Grenzpass zwischen Österreich (Kärnten) und Italien (Friaul), war da schon unangenehmer mit seinen durchschnittlich 10 % , Steigungsspitzen von 13 % und 700 Hm. Es ging dann hinunter nach Italien, wo als nächster Anstieg die kurze, aber sehr fiese und in der prallen Sonne unangenehme Forcella di Lius mit 18 % maximaler Steigung wartete.

 

In einer wunderschönen, vom Tourismus verschonten Berglandschaft Friauls wurde es nun Ernst: Als vierter Pass kam der härteste, der Lanzenpass. Man hat bereits 2500 Hm in den Beinen, wenn dieses Monster mit weiteren 1100 Hm sich in den Weg stellt. Wieder ein sonnnenverwöhnter Südhang, eine schmale Straße mit z. T. schlechtem Belag. Und dann diese Rampen: Vier, fünf jeweils bis zu 18 % steil und mehrere hundert Meter lang. Ich wusste, dass dieser Pass hart werden würde und hatte vorher großen Respekt, aber so schlimm hatte ich es mir nicht vorgestellt. Dumm, wenn man immer wieder auf den Rettungsgang, das größte Ritzel, schalten will, und dieses schon längst aufgelegt ist.

 

Ein bisschen versöhnt die schnelle, nicht ungefährliche Abfahrt, bevor es in den Anstieg Nummer Fünf geht: Der Nassfeldpass ist ein weiterer Grenzpass zwischen Friaul und Kärnten. Er ist fast eine Erholung mit seinen gleichmäßigen 8-10 % auf knapp 1000 Hm, wäre da nicht wieder die Sonne: Schon wieder ein Südhang beim Anstieg! Eine wunderschöne, bei Motorradfahrern beliebte Abfahrt führt mich nach Kärnten, wo ich die nächsten flachen 35 km meist alleine fahren muss. Schnell kommt Kötschach-Mauthen und damit der Beginn der sechsten Prüfung, dem Kartitschen Sattel. Das ist ein Höhenstraße in Osttirol, die auf 41 km insgesamt 1250 Hm sammelt. Dabei geht es ständig auf und leider auch wieder ab, so dass gewonnene Höhenmeter schnell verloren werden. Muss ich noch sagen, dass es wieder ein Südhang ist? Da kam dann ein leider zu kurzer Regenschauer wie gerufen.

 

Endlich die Passhöhe erreicht! Nun ging es 32 km nur noch abwärts bis Lienz ins Ziel. Wieder nur alleine und ohne Gruppe, aber Janusch war wie die allermeisten Starter inzwischen schon längst im Ziel, das ich nach elfeinhalb Stunden und Platz 4 in meiner AK 65 erreichte. (Janusch war eine knappe Stunde schneller).

 

Das Fazit dieses Super Giros war für mich klar:

 

Er ist wirklich härter als der berühmte Ötztaler Radmarathon.

 

 

Walter